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X-Bein

 Fehlstellungen der Beine

Einer der häufigsten Gründe für einen Besuch beim Kinderorthopäden sind angeborene oder erworbene krumme Beine, wie beispielsweise X-Beine. Wichtig ist, dass zuerst abgeklärt wird, ob die Achsabweichung einer Therapie bedarf. Denn nicht immer stellt sie eine echte Erkrankung dar. Nach dem ersten bis zweiten Lebensjahr verschwinden beispielsweise die O-Beine der Säuglinge und entwickeln sich zu X-Beinen. Meist verschwinden diese dann aber bis zu einem Alter von sechs Jahren wieder von selbst.

Die Ursachen für X-Beine sind vielfältig. Im Kindergartenalter sind X-Beine physiologisch, die sich dann in etwa bis zur Einschulung zu einer geraden Beinachse ausgleichen. Oft kann für die X-Beine keine konkrete Ursache gefunden werden. Als Gründe für die X-Beine im Wachstumsalter kommen aber familiäre Häufung, Rachitis, Phosphatdiabetes, ein Trauma oder Läsionen der Wachstumsfugen durch Entzündung, Trauma oder einen Tumor vor. X-Beine können jedoch auch sekundär bei anderen kinderorthopädischen Erkrankungen auftreten.

Betroffene haben nur sehr selten Beschwerden, die Fehlstellung der Beine ist meist aber offensichtlich. Eine langfristige Fehlbelastung des Knies aufgrund von ausgeprägten X-Beinen kann Kniebeschwerden verursachen, da sie zu einem frühen Verschleiß des Kniegelenks auf der äußeren Seite führen. Wichtig ist für die Diagnose die klinische Untersuchung, bei der das Ausmaß der Fehlstellung ermittelt werden muss. In manchen Fällen können spezielle Röntgenaufnahmen notwendig sein, um das Ausmaß genau zu erkennen.

In der Wachstumsphase wird in der Regel abgewartet, beobachtet und regelmäßig kontrolliert wie sich die Achsabweichung entwickelt. Gegebenenfalls ist sogar je nach Alter eine Spontankorrektur möglich. Konservative Therapieversuche, wie beispielsweise Physiotherapie, Einlagen oder Schienen, bringen meist keine Besserung. Korrigiert werden kann die Fehlstellung meist nur operativ. Im Bereich der Arme kann der Achsenausgleich meist nur durch eine knöcherne Korrektur erreicht werden. Bei einer relevanten Fehlstellung der Beine kann vor Wachstumsabschluss eine minimal-invasive temporäre Wachstumslenkung (Epiphysiodese) durchgeführt werden, bei der die Wachstumsfugen zeitweise gebremst werden, damit das Wachstum des Beines nur teilweise erfolgen kann und so gelenkt wird. Es handelt sich um einen kleinen Eingriff, der gut vertragen wird und kurzstationär durchgeführt werden kann. Die Kinder können nach 2 Wochen wieder Sport treiben. Die definitive Epiphysiodese kann erst kurz vor Wachstumsabschluss durchgeführt werden. Hier wird, im Gegensatz zur temporären Epiphyseodese, die Wachstumsfuge dauerhaft operativ verschlossen. Später nach Wachstumsabschluss kann eine Fehlstellung nur noch durch eine aufwändige knöcherne Operation (Umstellungsosteotomie) korrigiert werden. Da hierbei z.B. eine Knochenscheibe am Oberschenkel oder dem Schienbein entnommen wird, ist dies nicht das Mittel der Wahl im Jugendalter.

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