Unsere Füße tragen uns durchs Leben und haben eine komplexe Funktion und einen komplexen Aufbau. Sie weisen zahlreiche Schwachstellen auf, die insbesondere bei hoher Belastung und im Laufe des Alters zum Vorschein treten. Fehlstellungen können sich ausbilden und das Fußgewölbe kann nachgeben. Schmerzen und Belastungseinschränkung sind die Folge. Anhaltende Fußschmerzen oder Deformitäten sollten den Patienten dazu veranlassen, einen erfahrenen und kompetenten Orthopäden aufzusuchen. Anhand einer eingehenden klinischen Untersuchung und ergänzenden bildgebenden Diagnostik erstellt Prof. Dr. Lill ein für Sie individuell angepasstes Therapiekonzept, um rasche Beschwerdelinderung zu erreichen.


Ursachen

Schmerzen und Erkrankungen an den Füßen können unterschiedliche Ursachen haben. In vielen Fällen sind es dauerhafte Über- und Fehlbelastungen in Sport und Beruf, die zu schmerzhaften Entzündungen der umgebenden Weichteile führen können. Hierzu gehört insbesondere die Achillessehne, welche bei Vorschädigung (Achillodynie) auch abrupt reißen kann. Der obere bzw. untere Fersensporn sind ebenfalls Folgen anhaltender Überlastung, welche Schmerzen im Bereich der rückseitigen bzw. unterseitigen Ferse (Pantarfasciitis) auslösen. Knöcherne Strukturen, v.a. im Vorfußbereich, können durch hohe Belastungen ermüden und sogar brechen (Stressfraktur) und für erhebliche Beschwerden sorgen. Im Zusammenhang mit engem und unpassendem Schuhwerk kann sich das Fußgewölbe zudem abflachen und für mehrdimensionale Fehlstellungen im gesamten Fußbereich sorgen. Knick-, Senk- und Plattfuß (Längsgewölbe betreffend), bzw. Spreizfuß (Quergewölbe betreffend) sind die Folge. Aber auch konsekutive Abnutzungen der Gelenke (Arthrose) sowie Verkrümmungen der Zehen, wie Hallux rigidus (steife Großzehe), Hallux valgus (schiefe Großzehe), Hammer- und Krallenzehen sowie Schneiderballen (schiefe Kleinzehe) können sich ausbilden. Unpassendes Schuhwerk ist häufig auch für das Engpasssyndrom zwischen den Mittelfußköpfchen mit Kompression der Fußsohlennerven (Plantarnerven) verantwortlich, welches als Morton Neurom oder Morton Neuralgie bezeichnet wird. Neben den sekundären existieren auch angeborene Fußfehlstellungen, wozu u.a. auch der Hohlfuß (Pes excarvatus) zählt, der in gewisser Hinsicht das Gegenteil des Senk- und Plattfußes darstellt.


Diagnostik

Im Vordergrund steht zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten über Krankenvorgeschichte und Ursachen. Danach folgt eine ausführliche klinische Untersuchung mit Bewegungsprüfung, um das Ausmaß der Funktionseinschränkung festzustellen. In vielen Fällen sind bildgebende Verfahren, wie Ultraschallt (Sonographie), Röntgenbilder, Kernspintomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) hilfreich und erforderlich, um die Diagnose zu festigen. Im Anschluss daran erstellen wir ein auf den Patienten individuell abgestimmtes Therapiekonzept, das sich zunächst auf das breite Spektrum der konservativen Behandlungsmöglichkeiten fokussiert. Hierdurch lassen sich in der Regel die meisten Fußbeschwerden effektiv und sicher behandeln.


Therapie – konservativ

Ziel der Therapie ist es, die Schmerzen im Fuß rasch zu lindern und Folgeschäden zu vermeiden. Grundlage der konservativen Therapie sind in erster Linie minimalinvasive Schmerztherapieverfahren in Kombination mit aktiver Krankengymnastik zur Muskelkräftigung. Abhängig vom verursachenden Krankheitsbild können entzündungshemmende Medikamente oder Injektionen mit Hyaluronsäure und Blutplasma (ACP) eingesetzt werden. Ergänzende Verfahren wie Stoßwellentherapie, physikalische Anwendungen (Wärme, Kälte) und Elektrotherapie können die Heilung unterstützen. Im Rahmen von akuten Verletzungen, aber auch bei Vorliegen etwaiger Fehlstellungen können orthopädietechnische Hilfsmittel, wie Bandagen, Schienen, Schuheinlagen, Schuhzurichtungen sowie eine zeitlich begrenzte Ruhigstellung sinnvoll und erforderlich sein.


Therapie – operativ

Lassen sich die Fußbeschwerden mit den genannten konservativen Therapiemaßnahmen nicht rasch und zufriedenstellend lindern, kommen in unserer orthopädischen Praxis vor allem hochmoderne minimalinvasive Verfahren zum Einsatz. Diese sind gewebeschonend und verkürzen somit den Heilungsprozess. Die Wahl der operativen Behandlungsmethode richtet sich dabei nach der zugrunde liegenden Erkrankungen oder Verletzung. Eine gerissene Achillessehne wird bei jungen, sportlich aktiven Patienten in der Regel operativ behandelt. Mittels eines minimalinvasiven Verfahrens (perkutane Achillessehnennaht) werden die Sehnenenden adaptiert und vernäht. Zur operativen Korrektur eines fortgeschrittenen Hallux valgus stehen eine Vielzahl verschiedener Methoden zur Verfügung. Die Auswahl der optimalen OP-Technik erfolgt nach den individuellen Gegebenheiten der Fehlstellung. Häufig wird mit einem kleinen Schnitt der erste Mittelfußknochen durchtrennt (Korrekturosteotomie Metatarsale) und nach Korrektur der Fehlstellung dieser wieder mit Schrauben fixiert (Scarf Osteotomie, Chevron Osteotomie). Parallel ist es meistens sinnvoll, auch die Weichteile (Kapsel und Sehnen) in die Korrektur einzubeziehen und die gesamte Pathologie zu behandeln, umso das Rezidivrisiko zu minimieren. Der Hallux rigidus sollte, wenn möglich, immer gelenkerhaltend durch Abtragung der die Beweglichkeit limitierenden Knochensporne behandelt werden (Cheilektomie). In manchen Fällen ist die Implantation eines künstlichen Großzehengrundgelenks (Endoprothese) nötig. Bei deutlich fortgeschrittener Arthrose kann auch eine Versteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenks in Betracht gezogen werden. Minimalinvasive Verfahren kommen auch bei der Behandlung des oberen (Haglundferse) und unteren Fersensporns sowie des Schneiderballens zum Einsatz. Letzterer wird ähnlich wie der Hallux valgus mittels Osteotomie des fünften Mittelfußknochens korrigiert. Bei der Behandlung des Morton Neuroms kommt je nach Umfang der Erkrankung entweder eine nervenerhaltende Dekompression oder die Entfernung des entzündeten Nervs (Neurektomie) zum Einsatz. Höhergradige Fehlstellungen eines Knick-, Senk- oder Plattfußes werden mittels eines funktionserhaltenden Sehnentransfers oder einer Stellungskorrektur mit Stabilisierung der Fußwurzelknochen versorgt.


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Schiefzehe / Hallux Valgus
Hammer-/Krallenzehen
Hallux Rigidus
Schneiderballen
Mittelfußschmerz / Morton Neurom
Fersensporn und Haglundferse
Achillessehne
Stressfraktur
Knick-/Senk-/Plattfuß
Hohlfuß
Spreizfuß