Schmerzen im Schulterbereich können Bewegungsausmaß und Alltagstauglichkeit des Arms in Beruf und Sport deutlich einschränken. Da die anatomischen Verhältnisse und Bewegungsabläufe im Bereich der Schulter und des Schultergürtels sehr komplex sind, sollte immer ein erfahrener und kompetenter Orthopäde aufgesucht werden. Anhand einer eingehenden klinischen Untersuchung und ergänzenden bildgebenden Diagnostik erstellt Prof. Dr. Lill ein für Sie individuell angepasstes Therapiekonzept, um eine rasche Schmerzlinderung zu erreichen.


Ursachen

In den meisten Fällen führen langjährige Fehlbelastungen oder stetig wiederkehrende Belastungen im Sport oder Beruf (Überkopfarbeit) zu schmerzhaften Entzündungen von Muskeln, Sehnen (Tendinose) oder Schleimbeuteln (Bursitis). Insbesondere die Region unterhalb des Schulterdachs (Akromion) ist betroffen und kann zu einem schmerzhaften Enge- oder Impingement-Syndrom der Schulter führen. Davon betroffen ist vielfach die Rotatorenmanschette, ein aus vier kleineren Muskeln und deren Sehnen bestehender Weichteilmantel. Ein teilweiser (Partialruptur) oder kompletter Riss (Totalruptur) dieser Manschette führt zu Bewegungsschmerz und Kraftlosigkeit im betroffenen Arm (Rotatorenmanschettenruptur). Aber auch eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis) oder Kalkablagerungen im Sehnenverlauf (Kalkschulter, Tendinitis calcarea) können im Zusammenhang mit einem Enge-Syndrom mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung des Arms stehen. Im Bereich der oberen Schultergelenkspfanne (Glenoid) entspringt die Bizepssehne, die z.B. bei Verletzung des Pulley-Apparates zu Entzündung und Schmerzen im vorderen Abschnitt der Schulter führt (Tendinitis Bizepssehne). Dauerhafte Über- oder Fehlbelastungen von Schulter und Schultergürtel können aber auch zu einem kontinuierlichen Abrieb des Gelenkknorpels führen. Eine schmerzhafte Schultergelenksarthrose (Omarthrose) oder Schultereckgelenksarthrose (Akromioclaviculargelenks- oder ACG-Arthose) ist die Folge. Hierdurch kann es zu einer zunehmenden schmerzhaften Unbeweglichkeit des gesamten Armes kommen. Auch unbehandelte Verletzungen des Schultergelenkes, wie z.B. wiederholte Verrenkungen (Luxationen), Verletzungen der Gelenklippe (Labrum, SLAP-Läsion) mit konsekutiver Schulterinstabilität, oder des Schultereckgelenkes (Schultereckgelenksprengung) können unbehandelt zu einer frühzeitigen Arthrose der betroffenen Schultergelenkstrukturen führen.


Diagnostik

Zu Beginn steht mit dem Patienten ein ausführliches Gespräch über Krankenvorgeschichte und Ursachen im Vordergrund. Anschließend folgt eine ausführliche klinische Untersuchung mit einer Untersuchung der Bewegungsprüfung um das genaue Ausmaß der Funktionseinschränkung festzustellen. In vielen Fällen greifen wir zu sogenannten bildgebenden Verfahren, diese sind hilfreich, um die  Diagnose zu festigen. Hierfür stehen Ultraschall (Sonographie), Röntgenbilder, Kernspintomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) zur Verfügung. Im Anschluss daran erstellen wir ein auf den Patienten individuell abgestimmtes Therapiekonzept, das sich zunächst auf das breite Spektrum der konservativen Behandlungsmöglichkeiten fokussiert. Hierdurch lassen sich in der Regel die meisten Schulterbeschwerden effektiv und sicher behandeln.


Therapie – konservativ

Die Zielsetzung der Therapie ist, die Schmerzen im Bereich der Schulter und des Schultergürtels rasch zu lindern und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die konservative Therapie ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich um minimalinvasive Schmerztherapieverfahren in Kombination mit aktiver Krankengymnastik zur Muskelkräftigung handelt. Abhängig vom verursachenden Krankheitsbild können entzündungshemmende Medikamente oder Injektionen mit Hyaluronsäure und Blutplasma (ACP) eingesetzt werden. Ergänzende Verfahren wie Stoßwellentherapie bei einer Kalkschulter sowie Wärme- oder Kältebehandlungen können rasch zu einer deutlichen Beschwerdelinderung führen. Nach akuten Verletzungen werden vorübergehend orthopädietechnische Hilfsmittel, beispielsweise Bandagen, verordnet.


Therapie – operativ

Lassen sich die Beschwerden mit den genannten konservativen Therapiemaßnahmen nicht zufriedenstellend lindern, sollten operative Maßnahmen in Erwägung gezogen werden. Durch den stetigen medizinischen Fortschritt stehen minimalinvasive Operationsmethoden wie die Gelenkspiegelung (Schulterarthroskopie) im Vordergrund. Hierdurch kann der Raum unterhalb des Schulterdachs (Neer Plastik, subacromiale Dekompression) mit Entfernung des entzündeten Schleimbeutels (Bursektomie) und einengender Knochensporne (Osteophyten) erweitert werden. Bei Tendinitis calcarea können Kalkablagerungen entfernt werden. Eine teilweise oder komplett gerissene Rotatorenmanschette kann arthroskopisch oder in mini-open-Technik refixiert werden (Rekonstruktion Rotatorenmanschette). Bei Vorliegen eines Labrumrisses erfolgt eine Schulterstabilisierung (Labrumrefixation) in Schlüsselloch-Technik. Bei der Arthroskopie der Schulter sind nur wenige kleine Schnitte erforderlich, durch die der Operateur Instrumentarium und Kamera einführt. Diese kleinen Schnitte heilen in der Regel sehr schnell und hinterlassen lediglich sehr feine Narben, die kaum sichtbar sind. Lediglich die Behandlung der fortgeschrittenen Schultergelenksarthrose (Omarthrose) erfordert ein offenes Vorgehen mit Ersatz der Gelenkflächen (Schulterprothese).


Professor Dr. med. Lill führt gerne eine umfassende Untersuchung Ihrer Schulter durch, damit Schmerzen an der Schulter so schnell wie möglich behoben werden können. Vereinbaren Sie gleich einen Online-Termin im OrthoCenter Professor Lill.

Impingement Syndrom
Schleimbeutelentzündung an der Schulter
Kalkschulter
Ruptur der Rotatorenmanschette
Schulterinstabilitä
Erkrankung der Bizepssehne
Schulterarthrose
Schultereckgelenkarthrose
Sehnen-/Muskelverletzungen an der Schulter