Die Hüftkopflösung ist die häufigste Hüfterkrankung im Jugendalter und eine ernsthafte orthopädische Erkrankung. Im Bereich der oberen knorpelig angelegten Wachstumsfuge (Epiphysenfuge) des Oberschenkelknochens (Femur) löst sich die Hüftkopfkappe (Epiphyse) vom restlichen Knochen ab. Deshalb spricht man auch vom Hüftkopfabrutsch oder der „Epiphyseolysis capitis femoris“ (ECF). Diese Erkrankung tritt öfters bei männlichen Jugendlichen auf und hat ihren Gipfel zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr. Die Patienten sind oft großwüchsig etwas übergewichtig. Die jugendliche Hüftkopflösung stellt einen kinderorthopädischen Notfall dar, sofortiges Handeln ist unverzichtbar. Da die Diagnose nicht immer einfach zu stellen ist, sollte immer eine Vorstellung beim Kinderorthopäden erfolgen.


Ursache

Eine hormonelle Störung als Ursache der Epiphysenlockerung wird vermutet, die eigentliche Ursache ist aber weiterhin unbekannt.


Symptome

Eine Hüftkopflösung kann akut oder schleichend über längere Zeit eintreten. Die typischen Beschwerden sind im Hüftgelenk oder vielmehr meist im Knie lokalisiert, was die Diagnosestellung erschweren kann. Die Patienten hinken und zur Entlastung des Hüftgelenkes dreht der betroffene Patient sein Bein nach außen und spreizt es gleichzeitig ab (Drehmann-Zeichen). Bei einer akuten Hüftkopflösung, ist ein Auftreten auf das betroffene Bein in der Regel nicht mehr möglich. Eine Röntgenuntersuchung beider Hüftgelenke sichert die Diagnose.


Behandlung

Wird eine Hüftkopflösung festgestellt, sind entsprechende orthopädische Maßnahmen sofort einzuleiten. Unbehandelt kann die Erkrankung eine dauerhafte, irreparable Schädigung des Hüftgelenkes zur Folge haben. Um eine Durchblutungsstörung des Oberschenkelkopfes zu vermeiden und damit das Risiko einer Zerstörung des Hüftkopfes (Hüftkopfnekrose) möglichst zu reduzieren, ist eine operative Behandlung dringend und zeitnah erforderlich. Je nach Art und Stadium der Erkrankung muss die abgerutschte Hüftkopfkappe (Epiphyse) wieder aufgerichtet und mit einer Schraube fixiert werden. Da das Risiko des Abrutsches der Gegenseite 20-40% beträgt, wird in aller Regel die prophylaktische Versorgung der anderen Seite in der gleichen Operation empfohlen. Bei erheblichem Abrutsch muss die Operation im Bereich des Oberschenkelknochens erweitert werden, um Dauerschäden zu vermeiden.


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