Viele Kinder mit angeborenen neuromuskulären Erkrankungen, wie beispielsweise der infantilen Cerebralparese (Bewegungsstörungen durch frühkindliche Hirnschädigung) oder der Spina bifida (offener Rücken) beziehungsweise erworbenen neuromuskulären Erkrankungen, wie zum Beispiel der Muskeldystrophie, Muskelatrophie (Muskelschwäche) oder der chronischen peripheren Nervenerkrankungen, wie die hereditäre sensomotorische Neuropathie, bieten entweder bereits bei Geburt oder entwickeln im Verlauf orthopädische Erkrankungen. Diese können nur einen Teil (Beine oder Füße) oder auch den ganzen Körper betreffen (z.B. spastische Tetraparese) und von der Ausprägung her sehr mannigfaltig sein.


Ursachen

Die Ursachen sind sehr unterschiedlich und in manchen Fällen nicht bekannt. Vor, während oder nach der Geburt kann es z.B. durch Sauerstoffmangel, Stoffwechselstörungen, Infektionskrankheiten, Geburtstrauma, Gefäßverschlüsse etc. zu einer Schädigung des zentralen Nervensystems kommen. Es kommen aber auch erbliche Faktoren oder Umweltfaktoren sowie Systemerkrankungen in Frage, die zu neuromuskulären Erkrankungen führen können.


Symptome

Die betroffenen Kinder zeigen oft augenscheinliche Auffälligkeiten des Bewegungsapparates oder des Gangbildes. Schmerzen werden dabei keine oder nur wenige angegeben. Akut auftretende Schmerzen bei diesen Krankheitsbildern sind immer ein Hinweis auf eine pathologische Fraktur oder eine Gelenkluxation.


Behandlung

Die Therapie umfasst die komplette konservative Therapie mit Physiotherapie, Schienen- oder Orthesenversorgung, der Versorgung mit weiteren Hilfsmitteln, wie Rollator oder Rollstuhl, sowie der Injektion von Botulinumtoxin bei spezieller Indikationsstellung. Das Therapiekonzept läuft stets interdisziplinär mit Physio- und Ergotherapeuten sowie Orthopädietechnikern und ist streng individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten. In welchen Fällen eine Operation notwendig wird und vor allem in welchem Alter, ist stets von der Erkrankung an sich und von deren Schweregrad abhängig. Die Kinder sollten unbedingt eng bis über die Pubertät hinaus von einem kinderorthopädischen Spezialisten betreut werden. Denn der Verlauf der Erkrankung ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie-Optimierung.


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