Die Patelladysplasie ist eine angeborene Formveränderung der Kniescheibe, bei der es durch die Fehlbildung (Dysplasie) der Kniescheibe und des Gleitlagers (Trochlea femoris) zu einer veränderten Führung der Kniescheibe im zentralen Gleitlager kommt. Die Kniescheibe gleitet dabei zu weit außen, sie ist lateralisiert. Dies kann Schmerzen verursachen und auch zu Knorpelschäden führen. Schlimmstenfalls kommt es zur Patellaluxation, der Ausrenkung der Kniescheibe aus dem Lager.


Ursache

Die Patelladysplasie ist angeboren, eine „X“-Beinfehlstellung im Kniegelenk (Genu valgum), eine zu hoch stehende Kniescheibe (Patella alta) sowie ein zu weit außen (lateral) liegender Ansatz der Kniescheibensehne (Patellarsehne) am Schienbeinkopf verstärken die Problematik jedoch. Die echt traumatische Patellaluxation ist selten. Meist handelt es sich um Bagatellunfälle, bei denen es zur Ausrenkung der Kniescheibe aus der Gleitrinne aufgrund der abnormen Anatomie kommt, wobei sich die Kniescheibe meist von selbst wieder einrenkt.


Symptome

Bei der Patelladysplasie kommt es zu vorderen Knieschmerzen, die sich beim Bergabgehen verstärken. Die typischen Symptome einer Kniescheibenluxation sind ein plötzlicher und heftiger vorderer Knieschmerz mit vollständiger Belastungsunfähigkeit des betroffenen Beines. Der Betroffene spürt förmlich, wie die Kniescheibe aus ihrer Verankerung nach außen (lateral) springt. Infolge der Verrenkung kann es zu einer Zerreißung des innenseitigen (medialen) Band- und Halteapparates (Retinakulum) der Kniescheibe sowie zu Knorpelverletzungen an Kniescheibenrückfläche und außenseitigem Oberschenkelknochen (lateraler Femurkondylus) kommen. Eine begleitende Schwellung des Kniegelenkes mit Bluterguss ist die Folge. Mittels Röntgen und MRT kann eine Patelladysplasie diagnostiziert und mögliche Begleitverletzungen festgestellt werden.


Behandlung

Abhängig von der Ursache und Anatomie des Patienten kommen unterschiedliche Behandlungsoptionen zum Einsatz. Zu den konservativen Therapiemaßnahmen einer Verrenkung der Kniescheibe gehören eine zeitlich begrenzte Ruhigstellung in Form von Bandagen, Schienen oder Gipshülse sowie, auch bei der Patelladysplasie, Physiotherapie mit Kräftigung des innenseitigen (medialen) vorderen Oberschenkelmuskels (Muskulus vastus medialis). Bei einem Knorpelschaden sollte eine minimalinvasive Kniegelenkspiegelung (Arthroskopie) erfolgen. Ziel der Arthroskopie ist es, mögliche Knorpelschäden zu objektivieren und zu reparieren. Bei wiederholter Verrenkung der Kniescheibe stehen stabilisierende Operationsmethoden zur Verfügung, die stets an das Alter des Kindes, das eventuell noch vorhandene Restwachstum und die individuelle Situation angepasst werden.


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