Die Osteochondrosis dissecans (OD) ist eine umschriebene Knochenknorpelläsion, die mit der Abstoßung des betroffenen Knochenknorpelareals als freier Gelenkkörper (Gelenkmaus) enden kann. Es verbleibt dann ein Gelenkflächendefekt (Mausbett), der einen dauerhaften Schaden des Gelenkes darstellt und unbehandelt zum frühzeitigen Gelenkverschleiß (Arthrose) führt.


Ursache

Jungen sind in etwa doppelt so häufig von der Osteochondrosis dissecans betroffen wie Mädchen. Die Ursache ist nach wie vor unklar, es werden traumatische, familiäre und durchblutungsbedingte Ursachen, aber auch Fehlstellungen diskutiert. Im Bereich des Knies ist am häufigsten mit etwa 70 % der innere Anteil des Oberschenkelknochens (mediale Femurkondylus) betroffen, die Kniescheibe ist in ca. 5 – 6 % involviert. Am Schienbein stellt die OD eine Ausnahme dar.


Symptome

Im fortgeschrittenen Stadium mit Loslösung des Dissekates kommt es zu starken Beschwerden mit Einklemmungen und Blockaden. In den frühen Stadien sind die Kinder beschwerdefrei oder geben unspezifische Knieschmerzen an, so dass es meist länger dauert, bis die Diagnose erkannt wird. Diese kann jedoch sicher mittels MRT (Kernspintomographie) gestellt werden. Die MRT erlaubt neben der Lokalisation die Bestimmung der Größe, der Stabilität und Vitalität des Dissekates. Der bedeckende Knorpel kann beurteilt und die OD somit klassifiziert werden.


Behandlung

Wesentliche Kriterien für die Therapieentscheidung sind, neben dem Stadium der OD und der Stabilität des Fragmentes, Patientenalter, Lokalisation und Größe. Generell muss zwischen der jugendlichen und erwachsenen Form der Erkrankung unterschieden werden. Für die Prognose der Erkrankung ist in jedem Fall das Patientenalter entscheidend: umso jünger das Kind, desto besser die Prognose. Die jugendliche Form ist überwiegend stabil und kann in einem Großteil der Fälle konservativ therapiert werden. Eine generelle Sportpause (erlaubt sind Schwimmen und Radfahren) erscheint hier erfolgsversprechend. Wird eine Operation nötig, besteht diese jeweils in einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie), um sich einen Überblick über die Knorpelverhältnisse zu verschaffen. Anhand des arthroskopischen Befundes wird dann in der gleichen Sitzung die eigentliche minimal-invasive Operation durchgeführt, welche stets an den Individualfall angepasst ist. Als Notfall gilt die völlige Loslösung des Knorpelknochenstückchens, das dann schnellstmöglich mit resorbierbaren Schräubchen oder Pins refixiert werden muss. Unabhängig vom Therapieverfahren, muss die Erkrankung mindestens halbjährlich mittels MRT kontrolliert werden, um den Verlauf beurteilen zu können. Um ein optimales Langzeitergebnis zu erzielen und langfristige Schäden zu vermeiden, sollte die Diagnose möglichst früh gestellt und dann ein stadien- sowie altersgerechtes Therapiekonzept mit dem Kind und seinen Eltern besprochen werden.


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