Bandscheibenvorfall: Schmerzen konservativ lindern

Prof. Lill behandelt Patienten konservativ

Die Bandscheiben sind elastische wenige Millimeter dicke Knorpelscheiben, welche als Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbeln fungieren. Sie bestehen aus einem weichen dickflüssigen Gallertkern und einem ziemlich festen aber elastischen äußeren Faserring. Da die Bandscheiben sind schlecht durchblutet sind, verlieren sie früh ihre Elastizität und Festigkeit. Treten Anteile des Gallertkerns durch Risse im Faserring in den Wirbelkanal aus, so spricht man von einem Bandscheibenvorfall. Je nach Größe und Ort des Vorfalles können unterschiedlich schwere Symptome auftreten, auch Nervenstrukturen können bedrängt werden. Die Lendenwirbelsäule ist mit 90% am häufigsten betroffen.

PD Dr. med. Rothörl (operative Therapien) und Prof. Dr. med. Sandra Utzschneider (konservative Therapien) haben jahrelange Erfahrung mit der Behandlung von Bandscheibenvorfällen. Zusammen mit Ihnen werden sie die passendste Therapie und Behandlung auswählen.

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Ursachen

Bei einem Bandscheibenvorfall an der LWS ist zumeist eine langjährige Verschleiß bedingte Vorschädigung der Bandscheibe der Ausgangspunkt. Dauerhafte Fehl- oder Überlastungen durch berufliche oder sportliche Beanspruchung führen dazu, dass die Bandscheibe dem Druck nicht mehr standhalten kann. Es kommt zur Vorwölbung (Protrusion) oder zum Vorfall (Prolaps).


Symptome

Bandscheibenvorfälle im Bereich der LWS können zu starken Rückenschmerzen und schmerzhaften Ausstrahlungen in Beine und Fuß („Ischialgie“) führen. Sind Nervenstrukturen stärker bedrängt können Gefühlsstörungen, Lähmungen, Gangstörungen oder anderweitige schwerwiegende neurologische Funktionsstörungen (Blasen- und Mastdarmentleerungsstörung) eintreten.


Behandlung

Die Grundlage des Behandlungserfolgs ist eine saubere und ausführliche Diagnosestellung. Ein Bandscheibenvorfall LWS und dessen Behandlung ist bekanntermaßen eine Domäne der konservativen Therapie. Hierzu gehören zunächst körperliche Schonung, schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, krankengymnastische und physikalische Maßnahmen sowie bei Bedarf eine entlordosierende Orthesenbehandlung. Handelt es sich um hartnäckige Beschwerden, werden wirbelsäulennahe Infiltrationen (PRT, epidurale Injektionen) unter Durchleuchtung eingesetzt. Auch eine Behandlung mit plättchenreichem Plasma ist möglich. Die Wachstumsfaktoren, die Ihr eigenes Blut enthält, können die Entzündung lindern und so zu einer schnelleren Schmerzfreiheit beitragen. Diese Therapie gehört nicht zu den Standardverfahren, wird im OrthoCenter jedoch erfolgreich eingesetzt.

Zeigen die konservativen Behandlungsmaßnahmen über einen Zeitraum von 6 Wochen keinen wirksamen Erfolg oder sind neurologische Ausfälle gar objektivierbar, ist eine operative Therapie angezeigt. Im Falle von Lähmungen sollte zeitnah operativ interveniert werden. Im Vordergrund der operativen Therapie steht als derzeit noch gültiger „goldener Standard“ die „minimalinvasive“ mikrochirurgische Entfernung des Bandscheibenvorfalls unter Verwendung des Mikroskops zur Verfügung. Abhängig vom Befund können auch endoskopische Techniken zum Einsatz kommen.

PD Dr. med. habil. Rothörl | OrthoCenter Prof. Lill München
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